Wer wagt, gewinnt!

Wer wagt, gewinnt!
Musik im Ausnahmezustand

Eichstätt, Altes Stadttheater - Festsaal

Residenzplatz 17, 85072 Eichstätt (Deutschland) - Karte
„Wer wagt, gewinnt!“ – unter diesem Motto steht das Herbstkonzert des 55-köpfigen Symphonischen Salonorchesters Ingolstadt, das erstmalig nicht nur in Ingolstadt, sondern auch in Eichstätt stattfindet.

Der musikalische Leiter Walter Kiesbauer stellte ein aufregendes und mitreißendes Programm zusammen. Zu Gehör kommen Werke, die in ihrem künstlerischen Potenzial weit über die zu ihrer Entstehungszeit geltenden kompositorischen Ideale hinausreichten. Musikstücke, die von vielen Zeitgenossen als verstörend und aufrührerisch empfunden wurden, weil sie sich den jeweiligen Konventionen entzogen.

„Musik im Ausnahmezustand“ also, weil die Schöpfer dieser Werke ungewohnte Harmonien und Formensprachen ausprobierten. Mit künstlerischem Wagemut stießen sie neue musikalische Prozesse an. Dass diese Werke später zu wahren Ikonen werden sollten, war den meisten Komponisten im Moment ihrer Entstehung nicht ansatzweise bewusst. Im Gegenteil: Oft ahnten sie nichts von der Tragweite ihrer Kompositionen, wie z.B. die Band Led Zeppelin, die eine Single-Auskopplung ihres bahnbrechenden Songs "Stairway to Heaven" anfänglich beharrlich verhinderte. Man fragt sich, was wohl in W. A. Mozart beim Schreiben der Einleitung zu seinem C-Dur Streichquartett vorgegangen ist, dem sogenannten Dissonanzen-Quartett. In diesem finden sich Klänge, die 150 Jahre in die Zukunft weisen und stilistisch eher Schostakowitsch zuzuordnen wären.

Auch Dimitri Schostakowitsch steht mit Tänzen aus den Jazz- und Ballettsuiten auf dem Programm. Schostakowitsch (geb. 1906) gehörte nach den sensationellen Erfolgen seiner 1. Sinfonie und seiner Oper Lady Macbeth von Mzensk zu den berühmtesten und wichtigsten zeitgenössischen Komponisten seiner Zeit. 1936 wurde er Opfer von Stalins „Säuberungsprozess“. Seine Kompositionen durften nicht mehr aufgeführt werden und er rechnete jederzeit mit der Gefangennahme und Exekution. Wie konnte er in dieser Zeit mit den Jazz- und Ballettsuiten eine Musik voll Raffinesse, Humor und inniger Lyrik komponieren? Mit auf dem Konzertprogramm stehen die Beatles mit "A Day in the Life". Als krönenden Abschluss ihres Albums "Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band" ist dieser Song nicht einfach ein Beatles-Song, sondern ein epochales Werk, das mit allen gängigen Mustern der Rockmusik brach und in seinem künstlerischen Anliegen immer noch visionär wirkt.

Das Orchester greift diese und andere Werke auf und spannt einen weiten stilistischen Bogen über mehrere Epochen hinweg. Fast alle Werke hat der Dirigent Walter Kiesbauer für die symphonische Besetzung des Symphonischen Salonorchesters Ingolstadt arrangiert.
Mit dieser musikalischen Erkundungstour will das Orchester zeigen, wie Komponisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, mit ihrem Mut und im Vertrauen auf ihr Können den Weg für neue Hörgewohnheiten geebnet und in der Musikwelt neue Standards gesetzt haben. Wer wagt, gewinnt!

Einlass: 17.30 Uhr
Rollstuhlfahrer-Information
Rollstuhlfahrer erhalten ermäßigten Eintritt, eine Begleitperson ist kostenlos. Eine Buchung ist nur direkt über den Veranstalter möglich: kontakt@salonorchesteringolstadt.de
Veranstalter: Symphonisches Salonorchester Ingolstadt gemeinnütziger e.V.
Bild links: © Thomas Haberkorn / Bild rechts: © Thomas Haberkorn
Preise
 
1
Freie Platzwahl
Normalpreis€ 28.00
Kinder bis 12 Jahre€ 10.00
Schüler, Studenten und Bundesfreiwillige€ 18.00
So., 22.11.2026 - 18.00 Uhr Tickets bestellen